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Austrian Canadian Virtual Simulation: eine Brücke zu inklusiver Mobilität

Eine virtuelle Simulation ermöglicht Studierenden der Gesundheits- und Krankenpflege aus Kanada und Österreich einen niederschwelligen, inklusiven Zugang zu internationalem Austausch.

Frau mit Laptop für Videokonferenz, Rückansicht – Stockfoto

© IStock Photo/ Vadym Pastukh

Online Debriefing einer virtuellen Simulation

Ziele

Ziel des Projekts AC-vSIM ist es, Studierenden der Gesundheits- und Krankenpflege aus Kanada und Österreich einen niederschwelligen, inklusiven Zugang zu internationalem Austausch zu ermöglichen – unabhängig von finanziellen, familiären oder geografischen Hürden. Im Fokus stehen unterrepräsentierte Studierendengruppen, die durch klassische physische Mobilitätsformate oft nicht erreicht werden. Das virtuelle Format eröffnet ihnen die Möglichkeit, internationale Erfahrungen zu sammeln, ohne ihre Lebensrealität verlassen zu müssen. Die Teilnahme erfordert weder Reisekosten noch längere Abwesenheiten vom Wohnort und ist somit besonders zugänglich. Die didaktische Gestaltung kombiniert eine asynchrone Vorbereitung über Moodle mit einem synchronen virtuellen Debriefing (PEARLS-Modell) in gemischten Gruppen mit Studierenden und simulationserfahrenen Lehrenden aus beiden Ländern. Diese Struktur bietet zeitliche Flexibilität und fördert interkulturelle Kompetenzen, digitale Zusammenarbeit und fachlichen Austausch. Die Studierenden diskutieren Pflegepraxis im internationalen Vergleich, reflektieren kulturelle Unterschiede und stärken ihre Kommunikations- und Teamfähigkeit. Langfristig zielt das Projekt darauf ab, diese Formate dauerhaft im Curriculum zu verankern und die Zusammenarbeit mit der Mount Royal University (MRU) zu vertiefen. Neben der virtuellen Umsetzung fanden bereits physische Mobilitäten von Lehrpersonen statt – sowohl als Outgoing als auch als Incoming. Diese Mobilität ist ein zentrales Instrument zur Internationalisierung der Lehre und ergänzt das virtuelle Format um eine physische Komponente. Dabei entstanden Ideen für weitere gemeinsame Lehrformate im Bereich Simulation. Strategische Ziele der FH Campus Wien wie Internationalisierung, digitale Transformation, Vielfalt und soziale Durchlässigkeit werden gezielt adressiert. AC-vSIM leistet damit einen nachhaltigen Beitrag zur Internationalisierung von Studium und Lehre im Sinne eines inklusiven Curriculums.

Hintergrund

Die Entstehung des Projekts AC-vSIM geht auf eine internationale Vernetzung im Rahmen der „8th International Nurse Education Conference“ 2022 in Spanien zurück, deren Teilnahme durch die FH Campus Wien ermöglicht wurde. Im Zuge des Konferenzbesuchs wurden Ergebnisse des Forschungsprojekts „TEAM SIM“ zur interprofessionellen Simulation in der Ausbildung von Gesundheitsberufen präsentiert. Daraus ergab sich der Kontakt zu kanadischen Expert*innen für Simulation und die Idee einer künftigen transatlantischen Zusammenarbeit. Im Frühjahr 2023 fanden erste virtuelle Treffen statt, die bald in regelmäßige monatliche Online-Meetings übergingen. Ziel war es, im Bereich der Simulation im Gesundheitswesen in Lehre und Forschung zu kooperieren und ein gemeinsames Lehrprojekt zu entwickeln, das Studierenden beider Hochschulen niederschwellige internationale Lernerfahrungen ermöglicht. In einem mehrmonatigen Prozess wurden verschiedene virtuelle Simulationen über die Plattform CAN-SIM gesichtet. Eine passende Simulation aus dem Bereich Langzeitpflege wurde ausgewählt und ihre Anwendbarkeit für den deutschsprachigen Raum in der Lehrveranstaltung „Klinische Pflegeforschung“ im Sommersemester 2024 erstmals getestet. Im März 2024 erfolgte mit Unterstützung des International Office der FH Campus Wien im Rahmen einer Erasmus+ Staff Mobility ein Besuch an der Mount Royal University und am KidSIM Center in Calgary. Dort nahmen Lehrende der FH Campus Wien an einem Training zu Peer Debriefing teil und arbeiteten am Forschungsexposé des AC-vSIM Projektes. Im Herbst 2024 wurde die Projektidee für AC-vSIM finalisiert, ein gemeinsamer Moodle-Kurs erstellt, Lehrvideos produziert und ein Onlinefragebogen für die Begleitevaluation entwickelt. Die kanadischen Partner*innen wurden zusätzlich auf Vorschlag des AC-vSIM Projektteams als Keynote Speaker für ein Erasmus+ Blended Intensive Program an die FH Campus Wien eingeladen. Das Projekt AC-vSIM startete im Jänner 2025.

(Durchgeführte) Aktivitäten

2022: Internationale Vernetzung mit kanadischen Simulationsexpert*innen bei einer internationalen Konferenz legt den Grundstein für eine internationale Kooperation. 2023: Regelmäßige virtuelle Planungstreffen zur Entwicklung eines gemeinsamen Lehrprojekts im Bereich virtueller Simulation in der Gesundheits- und Krankenpflege zwischen Lehrenden der FH Campus Wien und der Mount Royal University in Calgary schaffen die Basis für eine nachhaltige Internationalisierung in der Lehre. 2023: Auswahl und didaktische Aufbereitung einer geeigneten virtuellen Simulation aus dem Bereich Langzeitpflege. 2024: Prüfung der Anwendbarkeit der virtuellen Simulation in der Lehrveranstaltung „Klinische Pflegeforschung“ an der FH Campus Wien im Rahmen eines Studierendenprojekts. März 2024: Erasmus+ Staff Mobility von Lehrenden der FH Campus Wien nach Calgary mit Besuch des KidSIM Centers im Alberta Children´s Hospital und Teilnahme an einem Peer-Debriefing-Training im Kontext der Simulation im Gesundheitswesen. Die physische Mobilität stärkt die fachliche Expertise der Lehrenden und sichert die Qualität der internationalen Lehrkooperation. Sommer 2024: Einladung der kanadischen Partner*innen als Keynote Speaker für ein im SoSe 2025 stattfindendes Erasmus+ Blended Intensive Program (BIP) an der FH Campus Wien auf Vorschlag des AC_vSim Lehrendenteams. Die Einbindung internationaler hochqualifizierter und erfahrener Expert*innen fördert die Internationalität des BIP und stärkt die Qualität des Programms. Herbst 2024: Erstellung eines gemeinsamen Moodle-Kurses mit allen Lehrinhalten (Prebriefing, Simulation, Debriefing-Link, Begleitmaterialien) für beide Studierendengruppen. Die bestehende digitale Infrastruktur Moodle ermöglicht flexible, ortsunabhängige Teilnahme und unterstützt selbstgesteuertes Lernen. Herbst 2024: Entwicklung eines Onlinefragebogens zur Begleitevaluation der Simulation. Jänner 2025: Start des AC_vSIM Projektes

Ergebnisse

Das Projekt AC-vSIM zeigt, dass virtuelle Simulation ein wirkungsvolles Instrument zur Förderung internationaler Lernerfahrungen für unterrepräsentierte Studierendengruppen sein kann. Die Studiereden bewerten sowohl die Erfahrung mit der virtuellen englischsprachigen Simulation wie auch das gemeinsame Debriefing mit Studierenden aus Kanada als sehr wertvoll und Horizont erweiternd. Die Kombination aus asynchroner Vorbereitung über Moodle und synchronem, internationalem Debriefing schafft ein innovatives Lehrformat, das Studierenden aus Österreich und Kanada niederschwelligen Zugang zu transatlantischem Austausch ermöglicht – ohne physische Mobilität. Für die Zielgruppe – insbesondere Studierende mit eingeschränkten Mobilitätsressourcen – stellt das Projekt einen klaren Mehrwert dar: Es bietet internationale Lernerfahrungen ohne Reiseaufwand, ist gut in bestehende Curricula integrierbar und fördert gleichzeitig Sprachkompetenz und Selbstvertrauen im internationalen Austausch. Langfristig kann AC-vSIM zur nachhaltigen Verankerung internationaler virtueller Mobilitätsformate beitragen. Die transatlantische Kooperation wird derzeit durch die Mitwirkung der kanadischen Expert*innen an der Entwicklung eines interprofessionellen Masterprogramm im Bereich Simulation an der FH Campus Wien fortgeführt.  

Lessons learned

< Der Besuch internationale Konferenzen ist für den Aufbau eines internationalen Netzwerkes im eigenen Forschungsbereich zentral < Für die Entwicklung gemeinsamer internationaler Lehrformate braucht es hohes Engagement von Einzelpersonen, einen kontinuierlichen (virtuellen) Austausch zwischen den internationalen Partner*innen und Unterstützung durch die beteiligten Hochschulen. < Die Unterstützung durch Erasmus+ Staff Mobility Programme ist für den Aufbau tragfähiger internationaler Beziehungen zentral. Auch wenn Lehrformate virtuell angeboten werden, ist ein physischer Mobilitätsaustausch der beteiligten Lehrpersonen von unschätzbarem Wert für tragfähige, langfristige internationale Beziehungen. < Die Zeitverschiebung zwischen den beteiligten Ländern stellt eine zu beachtende Herausforderung internationaler virtueller synchroner Formate dar. < Technologische Ausstattung und Zugänge müssen im Vorfeld abgestimmt werden; die Plattform Moodle eignet sich gut für internationale Lehrformate. < Aus kleinen gemeinsamen internationalen Projekten können in weiterer Folge weitere Kooperationen folgen.

Anmerkungen

Das Projekt wurde bewusst als "low-barrier"-Modell konzipiert – ohne Reisekosten, mit einer virtuellen Simulation aus Open-Access-Inhalten von CAN-SIM und partizipativem Co-Debriefing von Lehrenden aus Kanada und Österreich.


Schlagwörter

Zielgruppe(n)

  • Lehrende
  • Studierende

Themenfelder

  • Digitale Mobilitätsformate
  • Internationalisierung von Studium und Lehre

Kontaktperson(en)

Simone Grandy

simone.grandy@hcw.ac.at
+43 1 606 68 77-4012

Simon Ströhle

simon.ströhle@hcw.ac.at

Laura Gleichweit

laura.gleichweit@hcw.ac.at

Weiterführende Links

 HMIS2030

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