Hochschulmobilität

 

Die HMIS 2030 hält in Ziel 2 fest „Mobilität gilt als ein Kernelement der Internationalisierung, denn im Zuge eines Auslandsaufenthalts ist der Erwerb internationaler und interkultureller Kompetenzen besonders effektiv“ und sieht die >> Mobilitätsförderung für alle Hochschulangehörigen vor.

 

Für >> Studierende stellen studienbezogene Auslandsaufenthalte eine wertvolle Bereicherung ihrer persönlichen Entwicklung dar. Neben der fachlichen Vertiefung können sie auch internationale und interkulturelle Kompetenzen erwerben. Diese befähigen sie zu innovativem Denken und erweitern ihre Weltsicht – idealerweise einhergehend mit einer kritischen Reflexion der eigenen Sichtweisen und Kultur.

 

Die Vermittlung dieser Kompetenzen setzt ein adäquat gestaltetes Curriculum sowie die entsprechenden Qualifikationen von >> Lehrenden und >> allgemeinem Hochschulpersonal voraus; deren Mobilitätserfahrungen sind dabei eine wesentliche Komponente. Zudem ist die transnationale Mobilität der Hochschulangehörigen ein wesentlicher Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit der Hochschulen als Institutionen im europäischen und globalen Umfeld.

 

>> Innovative und nicht-traditionelle Mobilitätsformate 

Vor dem Hintergrund eines qualitätsgesicherten Erwerbs von internationalen und interkulturellen Kompetenzen für alle ist es sinnvoll, sogenannte „traditionelle“  Mobilitätsformen (z.B. Erasmus+ - Studienaufenthalte von 3 Monaten), die nicht von allen Studierenden in Anspruch genommen werden können, durch nicht-traditionelle und innovative Mobilitätsformate zu ergänzen. Berücksichtigt man das breite Spektrum der Bedürfnisse von Studierenden inklusive deren diverse Hintergründe und Lebensentwürfe, gilt es im Sinne einer inklusiven Herangehensweise an die Internationalisierung von Studium und Lehre, zugängliche und leistbare Mobilitätsformen für alle Studierenden zu entwickeln und umzusetzen.

 

>> Unterrepräsentierte Studierendengruppen

Dies gilt insbesondere für unterrepräsentierte Gruppen von Studierenden, die aktuellen Daten  zufolge deutlich weniger Auslandsaufenthalte zu Studienzwecken durchführen (können). Zu diesen unterrepräsentierten Gruppen zählen Studierende, die häufig bereits beim Hochschulzugang unterrepräsentiert sind (z.B.: Studierende aus bildungsfernen Haushalten, Studierende aus sozioökonomisch benachteiligten Milieus, Studierende mit Migrationshintergrund, first generation students), Studierende mit spezifischen Bedürfnissen (z.B. Studierende mit Obsorge- oder anderen Betreuungsverpflichtungen, Studierende mit Beeinträchtigungen oder chronischer Krankheit), Studierende mit beruflichen Verpflichtungen sowie Studierende aus bestimmten Studiengruppen.

 

Betreuung vor – während – nach der Mobilität

Transnationale Mobilität hat unbestritten positive Auswirkungen auf die akademisch-fachliche sowie die persönliche und berufliche Weiterentwicklung aller Hochschulangehörigen , aber ebenso auf die gesamte Institution. Sie führt aber nur dann zum gewünschten Kompetenzzuwachs, wenn Hochschulangehörige, insbesondere Studierende vor, während und nach der Mobilität im Sinne der Grundsätze der >> Europäischen Qualitätscharta für Mobilität 2006 entsprechend begleitet werden.

 

Der Mehrwert von Mobilität

Der Mehrwert von Mobilität erschließt sich somit in den zahlreichen Möglichkeiten des individuellen Profitierens und des institutionellen Lernens, wie dies auch in >> Ziel 4 Effektive Kompetenzentwicklung und institutionelles Lernen der HMIS 2030 angeregt wird. Auf individueller Ebene steht neben der fachlichen Weiterentwicklung der Erwerb internationaler und interkultureller Kompetenzen im Fokus. Die Hochschulen bekommen als Institutionen die Chance, sich die Mobilitätserfahrungen vor allem ihrer Lehrenden und ihres allgemeinen Hochschulpersonals zunutze zu machen. Neue innovative Impulse beispielsweise für die Lehre und die Curriculumsentwicklung sowie für die hochschulinterne Administration und die hochschulischen Organisationsstrukturen können in die Weiterentwicklung der – nicht zuletzt auch strategischen – Ausrichtung einer Hochschule einfließen.

 

Wo physische Mobilität aus den unterschiedlichsten Gründen nicht stattfinden kann, greifen die Maßnahmen zur Internationalisierung (inklusive jene zur Internationalisation@Home).