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Global Campus Online – GloCo

Lokal handeln - global lernen: Im Global Campus Online treffen sich Menschen, um ihren Beitrag zu einem "guten Leben für alle" zu leisten und um gemeinsam mit anderen darüber zu lernen.

Das Bild zeigt eine Weltkarte in blassen Blautönen mit Europa in der Mitte.

© GloCo/Elisabeth Rinne

Das Hintergrundbild für das GloCo-Meeting zeigt eine selbst gestaltetete Weltkarte.

Ziele

Der "Global Campus Online" (GloCo) 2022 - 2024 ist ein internationales Netzwerk für Studierende, Forschende sowie engagierte Menschen in NGOs, in der Kunst, im öffentlichen und privaten Bereich, die an den drängenden Fragen unserer Welt im 21. Jahrhundert aktiv interessiert sind. Das Projekt zielt darauf ab, Menschen aus dem Globalen Süden und aus dem Globalen Norden zusammenzubringen, um ihre Perspektiven zu den Krisen und Herausforderungen unserer Zeit austauschen. Dazu verwirklichen die Teilnehmenden jeweils teils kleine, teils größere Projekte in ihrem eigenen lokalen Wirkungskreis zu ausgewählten Nachhaltigkeitszielen der UN-Agenda 2030 Sustainable Development Goals (SDGs) und teilen ihre Erfahrungen darüber im Global Campus Online. Insgesamt zielt das Projekt darauf ab, ein gegenseitiges Lernen zwischen den Teilnehmer/innen zu fördern, die dadurch ihrerseits Multiplikator/innen in ihrem Wirkungskreis werden können. Auf diese Weise sollen konkrete Umsetzungen für Globales Lernen und Transformative Bildung im Sinne von Global Citizenship Education ausgelotet werden. Das Hauptziel ist es, das Konzept von Global Citizenship Education als Idee der planetaren Verbundenheit aller mit allem auf einer konkreten Ebene durchzuspielen, dadurch zu schärfen und weiterzuentwickeln. Dies kann kein Nahziel und schon gar nicht exklusiver Anspruch sein, sondern ist das Ziel einer wachsenden Wissenschaftsgemeinschaft, zu dem der Global Campus Online beitragen möchte.

Hintergrund

Der Global Campus Online ist an der Universität Klagenfurt, Institut für Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung eingerichtet, Träger ist der UNESCO Chair Global Citizenship Education - Culture of Diversity and Peace an derselben Universität, geleitet von Univ.-Prof. Dr. Hans Karl Peterlini. Ein erstes Pilot-Projekt wurde vom Land Kärnten gefördert, der Ausbau des Netzwerkes zu einem mehrjährigen Projekt wurde durch die Förderung der Austrian Development Agency (ADA) möglich. Das Projekt des UNESCO Chairs „Global Citizenship Education“ ist am Institut für Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung der Universität Klagenfurt angesiedelt; zur Einrichtung eines digitalen Raums für das Netzwerk wirken auch die Game Studies der Uni Klagenfurt mit. Die Austauschtreffen finden online mittels Videokonferenzen und in englischer Sprache statt.

(Durchgeführte) Aktivitäten

Zusammenfassend verfolgen die Aktivitäten des Projekts folgende Ziele: - Auslotung und Erprobung von Handlungsmöglichkeiten für gesellschaftliche und persönliche Transformation - Entwicklung verschiedener Lehr-Lern-Settings und von Vermittlungsformaten für transformative Bildung - Unterstützung entsprechender lokaler Initiativen und Projekte (durch Austausch, Netzwerkarbeit, Unterstützung bei Planung und Durchführung, mögliche Finanzierung) - Vermittlung von praxisorientierten, kreativen Methoden zur Auseinandersetzung mit den Themen, z.B. durch Theater, Rap/Poesie oder Fotografie (PhotoVoice) - Begleitung und Dokumentation der Arbeits- und Lernprozesse in den Dialoggruppen, um Grundlagen für die Stärkung transformativer Lehr-Lern-Methoden im wissenschaftlichen Diskurs zu gewinnen und diese für institutionelles und politisches Handeln zugänglich zu machen - zur curricularen Stärkung und Verbreitung von Global Citizenship Education als wichtige Bildungsperspektive beizutragen - einen Dialog zwischen verschiedenen Ansätzen von Global Citizenship Education und Weltanschauungen im Allgemeinen zu fördern, in der Hoffnung, der Dominanz der westlich geprägten, neokolonialen Perspektiven aktiv entgegenzuwirken.

Ergebnisse

Seit Projektstart 2022 wurde bereits ein ansehnliches internationales Netzwerk aufgebaut. Mit dem glokalen Ansatz stehen zwei Ebenen im Blick: zum einen die lokale Ebene, in der von den Teilnehmenden kleine Projekte umgesetzt werden. Diese Projekte haben Beispielcharakter und wirken in einem begrenzten Rahmen, dafür aber effektiv, einige Beispiele: - indem in einer Klagenfurter Schule Jugendliche begleitet werden, sich mit Erfahrungen migrationsbedingter Exklusion auseinanderzusetzen und Möglichkeiten der Inklusion zu erproben. - in einem Stadtviertel in Pretoria wurde die Verfügbarkeit von Hygieneartikeln für Mädchen verbessert - zwei Jugendliche aus Südtirol/Italien erkundeten Reiserouten auf Barrierefreiheit und legten darüber ein inklusives Traveller-Book an - eine internationale Gruppe von Studierenden einer Wiener Universität führte in Ungarn ein Festival der Begegnung mit Roma-Jugendlichen in Ungarn durch. Die zweite Ebene ist die globale, in der der Austausch über verschiedene Projekte im Global Campus Online die Teilnehmenden aus 17 Ländern in Europa, Afrika, Asien, Amerika ermutigt voneinander zu lernen und neue Ideen zu entwickeln.

Lessons learned & Übertragbarkeit

Aus den einzelnen Projekten lassen sich Schwierigkeiten und Potenziale für transformative Ansätze erkennen. Eine Schwierigkeit besteht zweifellos in den Rahmenbedingungen, auf die transformative Projekte stoßen. Dies sind beispielsweise bürgerkriegsähnliche Gewaltsituationen in Äthiopien, wo GloCo-Mitwirkende aktiv sind, oder auch sozial prekäre Situationen, an der eine Gruppe in Südafrika mit verwahrlosten Jugendlichen gearbeitet hat. An den Projekten in Ländern des Globalen Nordens stoßen Projekte dagegen eher auf Haltungen der Gleichgültigkeit oder des Verdrängens der Probleme. So können die GloCo-Projekte nur Akzente setzen und Anstöße im Kleinen geben, gesamtgesellschaftliche Veränderungen sind schwierig. Zugleich schöpfen die Mitwirkenden durch den Austausch im Global Campus auch Mut, lernen voneinander und entwickeln neue Ideen. Dies ist ja der eigentliche Sinn des Austausches. Einzelmaßnahmen allein können die Welt nicht verändern, es lassen sich jedoch an Beispielen die Möglichkeiten der Veränderung ausloten. Derzeit befinden sich die Projekte noch mitten in der Umsetzung, eine Gesamtauswertung der Lessons learned steht für das dritte Projektjahr an.

Anmerkungen

Diese Maßnahme wurde im Rahmen der OeAD Hochschultagung 2023 vorgestellt.


Schlagwörter

Zielgruppe(n)

  • Hochschulangehörige

Themenfelder

  • Beratung
  • Global Mindset
  • institutionelles Lernen
  • Kompetenzentwicklung
  • Nachhaltigkeit

Kontaktperson(en)

Hans Karl Peterlini

gloco@aau.at

Weiterführende Links

 HMIS2030

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