Internationalisierung von Studium und Lehre - Empfehlungen und Maßnahmen

 

Zum Thema Internationalisierung von Studium und Lehre sind die nachfolgenden Empfehlungen und Maßnahmen erarbeitet worden. Ihnen liegen die >> Prämissen, strategische Verankerung (Institution), Kontextualisierung (Programm), Ressourcenallokation (Personal et.al.) sowie Unterstützung und Anbindung an Internationalisierungsmaßnahmen (Umfeld) zu Grunde; >> Leitfragen ergänzen diese.

 

Empfehlung 1

Strategische Verankerung der Internationalisierung von Studium und Lehre sowie Ressourcenallokation

 

Es wird empfohlen, auf Basis einer kritischen Reflexion folgender Fragestellungen

 

- Was bedeuten internationale und interkulturelle Kompetenzen im Kontext unserer Institution und Studienprogramme?

- Welche internationalen, globalen und interkulturellen Kompetenzen sind für unsere zukünftigen Absolvent/innen relevant?

- Welche globalen Themen beeinflussen unsere Studienbereiche?

 

die Internationalisierung von Studium und Lehre als essenzielles Gestaltungsprinzip und damit die Förderung der internationalen und interkulturellen Kompetenzen in der Hochschulstrategie für alle Hochschulangehörigen zu verankern. Um das Commitment und die Identifikation aller Hochschulangehörigen mit dem angestrebten Ziel zu fördern, sollen Vertreter/innen aller Stakeholdergruppen in diese Reflexion eingebunden werden.

Weiters wird angeregt, die notwendige Ressourcenallokation im Sinne von Personal, Zeit und finanzieller Mittel für eine qualitätsvolle Umsetzung zu gewährleisten, und dabei auch die Ressource Zeit - für Reflexion, für internationales Engagement, für Weiterbildung, etc. - entsprechend zu berücksichtigen.

Empfehlung 2

Disziplinen- und studienadäquates Verständnis und curriculare Integration internationaler und interkultureller Kompetenzen

 

Es wird empfohlen, eine hochschulinterne Diskussion mit den betroffenen Gremien und Stakeholdern zu führen, um ein gemeinsames Verständnis für die fach-/programmrelevanten internationalen und interkulturellen Kompetenzen zu erzielen. Darauf aufbauend sind Disziplinen-/Studien-adäquate internationale und interkulturelle Inhalte und Lernergebnisse in jedem Curriculum, und damit im jeweiligen Qualifikationsprofil der Absolvent/innen zu verankern. Dabei ist ein entsprechender Gestaltungsspielraum (Disziplinen- und Fachadäquanz) zu berücksichtigen (kein One-Size-Fits-All Ansatz). Ebenso wird empfohlen, für die definierten Lernergebnisse geeignete Assessment Tools vorzuschlagen.

Verschiedene Möglichkeiten für Mobilitätsformen inkl. Mobilitätsfenster, die den Erwerb internationaler und interkultureller Kompetenzen für die jeweiligen Disziplinen/Fächer/Studienprogramme und die an der Hochschule vertretenen Studierendengruppen unterstützen, sind in Folge kritisch zu reflektieren und curricular zu verankern.

Empfehlung 3

Förderung von Joint Programmes  inklusive der Ausprägung als European Universities

 

Es wird empfohlen, mehr hochqualitative internationale Joint Programmes, auch im Rahmen von European Universities, an österreichischen Hochschulen zu initiieren und langfristig abzusichern. 

Die Diversität und Komplementarität der Partner sollte für innovative und zukunftsorientierte Studienprogramme genutzt werden – u.a. auch um neue Berufsprofile zu entwickeln. Als Referenzrahmen für die Akkreditierung und die Qualitätssicherung von Joint Programmes wird der European Approach for Quality Assurance of Joint Programmes empfohlen.

Weiters wird angeregt, den European Approach for Quality Assurance of Joint Programmes in  den Empfehlungen des BMBWF zur Durchführung von gemeinsamen Studienprogrammen zu verankern und die gesetzlichen und studienrechtlichen Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass der Zugang für bestqualifizierte Bewerber/innen unabhängig von ihrer Herkunft oder ihrem Hintergrund sichergestellt ist.

Empfehlung 4

Qualifizierung und professionelle Weiterbildung der Hochschulangehörigen

 

Es wird empfohlen, entsprechende flankierende Maßnahmen auf Ebene des Personals zu setzen, wobei die Förderung des sog. International Engagement (z.B. Lehrenden-Mobilität bzw. internationale Lehre) als Aufgabe und Verantwortung der Institution definiert werden soll.

Weiters wird angeregt, auch für die Förderung der internationalen und interkulturellen Kompetenzen des allgemeinen Hochschulpersonals Sorge zu tragen, z.B. durch Weiterbildung oder Mobilität, um eine internationale und interkulturelle Dimension in der Hochschulkultur (gesamthochschulisch) zu verankern.

Empfehlung 5

Etablierung einer Hochschulkultur, die den Erwerb von internationalen und interkulturellen Kompetenzen unterstützt

 

Zur Unterstützung des umfassenden Ansatzes von Internationalisierung von Studium und Lehre wird vorgeschlagen, relevante Maßnahmen auf Ebene des Hochschulumfeldes – auch unter Einbindung des allgemeinen Hochschulpersonals - zu setzen, um die Entwicklung der internationalen und interkulturellen Dimension auch außerhalb des formalen Curriculums zu fördern.

Empfehlung 6

Nationale Rahmenbedingungen zur Förderung des Erwerbs von internationalen und interkulturellen Kompetenzen

 

Es wird angeregt, dass die zuständigen Bundesministerien die Hochschulen in der Umsetzung der Empfehlungen 1 bis 5 mit entsprechenden Maßnahmen unterstützen.

Als Basis für die Ausformulierung der HMIS 2030 wurden die in den >> Themenfeldgruppen des >> HMS-Mobilitätsforums erarbeiteten Vorschläge für Empfehlungen samt entsprechender Maßnahmen, Prämissen und Leitfragen thematisch gebündelt und aufbereitet. Sie werden in dieser Form hier als wertvolle Ergebnisse dieses fachlichen Diskussionsprozesses sinngemäß dokumentiert und spiegeln die Sichtweise der in den Themenfeldgruppen vertretenen Hochschulexpertinnen und – experten wider.